Viele Höhepunkte, aber das Paradies haben die 23 Mitreisenden nicht
gefunden
Die Reise beginnt im einstmals christlichen Antiochia. „In
Antiochia wurden die Jünger Jesu zum ersten Mal Christen genannt“, so die
Apostelgeschichte. Hier hat der Apostel Matthäus sein Evangelium verfasst;
die Gute Nachricht fand erste denkerische Vertiefung und ihre Verbreitung
nach Kleinasien. Die einzige verbliebene christliche Versammlungsstätte aus
dieser Zeit im jetzigen Antakia ist die Petrusgrotte, heute Museum. Sonst
ist von der blühenden christlichen Gemeinde nichts mehr zu finden. „Die
zumeist orthodoxen Christen wurden (ab 1939) nach Griechenland umgesiedelt“,
begründet unser staatlicher Reiseführer. Ein wenig abseits finden wir
umgeben von vielen Moscheen zwei kleine Kirchen, in denen regelmäßig
katholischer und orthodoxer Gottesdienst gefeiert wird.
Die Reise führt uns weiter nach Anatolien in das biblische
Zweistromland - fruchtbares Ackerland zwischen Euphrat und Tigris.
Vermutlich ist hier die Heimat von Adam und Eva. Auch Abraham und Sarah
sollen hier auf ihrem Weg ins gelobte Land mehrere Jahre gelebt haben. Die
Menschen des Alten Testamentes werden im Islam sehr verehrt. So finden wir
in Sanliurfa Pilgerstätten und prächtige Moscheen.
In Göbekli Tepe stehen wir vor tonnenschweren
Steinsäulen des ältesten Tempels der Welt - bearbeitet mit Werkzeugen der
Steinzeit, 6 Jahrtausende vor dem Bau der ersten Pyramide. Vielleicht
wussten die Erbauer noch von dem einzigen Gott, der Mann und Frau im Garten
Eden erschaffen hat?
Unser nächstes Ziel ist der Berg Nemrud, so genanntes
achtes Weltwunder der Antike. Auf dem 2.150 m hohen Berg ersteigen wir das
Grabmal von Antiochus I., eines Herrschers aus dem ersten vorchristlichen
Jahrhundert. Weiteres Weltkulturerbe ist das 3.500 Jahre alte Hattusa. Bei
einer „Stadtbegehung“ durch die Überreste der Hauptstadt des Großreiches der
Hethiter mit seinen wuchtigen Stadtmauern staunen wir über die Größe der
Tempel und Paläste.
In der Tufflandschaft Kappadoziens und in Göreme stoßen
wir wieder auf Spuren der urchristlichen Gemeinde. Noch bis vor 70 Jahren
haben orthodoxe Christen in Felsenkirchen Gottesdienst gefeiert und z. T. in
klösterlicher Gemeinschaft zusammengelebt. Nach „Umsiedlung“ der Christen
wurden die Kirchen und Wohnhöhlen zu Taubenschlägen, dann zu staatlichen
Museen und Weltkulturdenkmal. Abseits der Touristenströme feiern wir in
einer einsamen Kirchengrotte Hl. Messe. Schön auch das tägliche Morgenlob im
Reisebus und zum Abschluss das christliche und islamische Segensgebet mit
unserem sehr kompetenten Reiseführer Tanerbey. (Bernhard Mock)