Katholische Kirche in Garbsen

WEGWEISER - Unser aktueller Gemeindebrief zum Runterladen (pdf)

 

St. Raphael

 mit

St. Maria Regina

und Corpus Christi

 

Startseite

Über uns

Aktuell

Pfarrbüros

Unsere Kirchen

Pastoralteam

Gruppen und
Gemeinschaften

Einrichtungen

Kinder und
Familien

Jugend

Gottesdienste   

Eine Welt

Stiftung

Gremien

Gästebuch

Jugendliche trugen Kreuz durch die Straßen

"Dieser Weg wird kein leichter sein" von Xavier Naidoo erklang in der voll besetzten Dorfkirche Alt-Garbsen - und gleich darauf  "O Haupt voll Blut und Wunden", improvisiert mit Saxofon und Orgel. Nicht nur musikalische Gegensätze prägten die Gestaltung des ökumenischen Jugendkreuzweges, zu dem katholische und evangelische Kirchengemeinden in Garbsen am Freitag, 16. März eingeladen hatten. Über hundert junge Christen, darunter viele Konfirmanden und Firmbewerber, nahmen daran teil. Die Jugendlichen lasen Texte, sprachen Gebete und trugen ein großes Holzkreuz durch die Straßen.  

Der Jugendkreuzweg, bei dem an das Leiden und Sterben Jesu erinnert wird, greift in moderner Form alte kirchliche Traditionen auf. Im Mittelpunkt der Betrachtung standen abstrakte Bilder, die mit Projektoren auf große Leinwände geworfen wurden. Unter dem Titel „Stationen“ wurden Fotos farbiger Holzschnitte des Künstlers Bernd Zimmer aus Polling vorgestellt. Im Frühjahr 2006 hat er seine Werke in Leuchtkästen in Berliner U-Bahnhöfen ausgestellt. Alltägliche Situationen in U-Bahnhöfen wurden so zur Kulisse für die Kunstwerke: Der Fall Jesu – auf einer Rolltreppe, oder eine Endstation mit dem Namen „Tod“.

Stationen gab es auch auf dem Weg, den die Jugendlichen zurücklegten. So wurde an der Feuerwache oder der Drogenberatungsstelle Halt gemacht. „Hier begegnen wir menschlichem Leid, aber auch der Hilfsbereitschaft und dem Willen, füreinander einzustehen“, erklärte Pastoralreferent Gregor Branahl von der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael.

Einzelne Elemente der Bilder tauchten bei der Gestaltung der Stationen  wieder auf.  Der Umriss eines Menschen, mit Kreide auf das Straßenpflaster gezeichnet. Eine an das Kreuz gelehnte Leiter, große gelbe Tücher, die die Farbe des Hintergrundes aufnahmen. Die Grenzen zwischen den Bildern und der Wirklichkeit verwischten sich."Es geht darum, unser alltägliches Leben mit dem Leiden und Sterben Jesu, aber auch mit der Auferstehung zusammen zu bringen", erläuterte Pastor Dirk Gniesmer. Viele Jungendliche waren sichtlich beeindruckt. Zum Abschluss des Kreuzweges konnten sich alle Teilnehmer in der Willehadikirche bei einem Imbiss mit Brot,  Käse und Obst stärken.

Der Jugendkreuzweg verbindet seit über 40 Jahren  junge Christen aller Konfessionen in ganz Deutschland. Vor dem Fall der Mauer zwischen Ost und West war der Kreuzweg eine wichtige „Gebetsbrücke“. Diese symbolische Kraft der Verbindung untereinander hat der Kreuzweg auch nach der Wiedervereinigung behalten. In den vergangenen Jahren wurde der Kreuzweg in über 6.000 Gemeinden gebetet.

 

Die Motive des Jugendkreuzwegs als PDF-Datei
Mehr über den Jugendkreuzweg

Einführung

„Endstation, alles aussteigen!“ – Alltägliche Situationen in U-Bahn-Stationen werden zur Kulisse für Bernd Zimmers Kreuzwegstationen. Der Künstler aus Polling hat 14 mehrfarbige Holzschnitte auf papierkaschiertem Buchbinderleinen geschaffen, die im Frühjahr 2006 mit Hilfe von Leuchtkästen in den U-Bahnstationen der Friedrichstraße Berlin ausgestellt wurden. Sehr reduziert, auf das Kreuz konzentriert sind seine Bilder als eine Chiffrenschrift gestaltet. Er verzichtet „so weit wie möglich auf die Darstellung der handelnden Figuren. Nur wenige der Menschen, die der Überlieferung zufolge Jesu Weg nach Golgotha begleiteten, finden Eingang in die 14 Bilder und – wenn doch – in stark abstrahierter Form.“ Sein Hauptaugenmerk, so betont Bernd Zimmer selbst, sei eine ästhetische Darstellung wie die Lehre Jesu zur Weltreligion wird, d.h. die „Einheit von Lehre und Leben in der Person Jesu, auch im Widerstand, bis zum Leiden und Sterben“.

finden. Durch die Ausstellung in einem „Alltagsraum“, in U- Bahnstationen der Bundeshauptstadt, erfuhren seine Werke eine besondere Art von „Erdung“. Zugleich durchbrachen die Leuchtkästen mit den einzelnen Stationsbildern die Sehgewohnheiten der Reisenden: Dort, wo sonst Werbung und Information dominieren, da luden abstrakte Kreuzwegerinnerungen zum Nachdenken ein.

Die Redaktionsgruppe hat acht Motive Bernd Zimmers für den Ökumenischen Kreuzweg der Jugend 2007 ausgewählt. Die Bilder werden hierfür in Fotomontagen vorgestellt, die den „Alltagsraum“ U-Bahn wieder aufgreifen und nutzen. Die Montagen konzentrieren die Inhalte der einzelnen Bilder und ermöglichen einen Transfer in die je eigene Lebenssituation: Der Zuschauer kann zum Erlebenden werden, und umgekehrt. Auf den ersten Blick ist die Zusammenstellung dieser Fotomontagen sicherlich eine ungewöhnliche Darstellung des Passionsgeschehens! Doch gerade in ihrer reduzierten Form sind Zimmers Kunstwerke ein gelungener Beitrag für eine Sehschule der Aufmerksamkeit. Im „Keller der Welt“, den Stationen einer U- ahn, geht es nicht nur um die alltäglichen Formen von Leid und Gewalt, sondern auch um die kleinen und liebevollen Gesten der Menschlichkeit.

Die Auswahl des Ortes birgt die Chance, aktuelle und greifende Anknüpfungspunkte für junge Menschen zu finden. Passion ist kein Kino im Kopf oder „lange vorbei“, sondern aktuell und in ihrer Welt erlebbar.

Drei Ebenen greifen in diesen konstruierten U-Bahn-Situationen ineinander: der Kreuzweg Jesu in den vertrauten Stationen, die jeweils eigene Lebenssituation (Lebens-Station), in der sich der Betrachter befindet, die U-Bahn-Station – zwischen Kommen und Gehen – als Ort des Geschehens. Deshalb der Titel: „Stationen“. Der Kreuzweg Jesu mit seinen Stationen von Leid, Unrecht, Trost, Gewalt und Tod bindet alltägliche und menschliche Leiderfahrungen an ein Geschehen, das von Ostern her zu lesen und zu begreifen ist: Für uns Christinnen und Christen ist der Tod nicht die „Endstation“. Und keiner muss aussteigen!

 

C) Katholische Kirchengemeinde St. Raphael, 30802 Garbsen, Postfach 110226                        Impressum/Haftungsausschluss