Eine Schule für Magge/Südindien

 Ein Partnerschaftsprojekt der katholischen Kirchengemeinde St. Raphael, Garbsen, in Verbindung mit Missio-Aachen

Reisebericht unserer Delegation nach Südindien!

Die alte, baufällige Schule von Magge (erbaut 1958)

Für die Schüler ist es ziemlich gefährlich, in den Klassenzimmern zu sitzen: Das Dach ist von Termiten zerfressen, die Fundamente sind zerfallen, durch Fußboden und Wände ziehen sich tiefe Risse. Der Putz fällt in Klumpen von der Decke. Sechzig Schüler drängen sich in jedem der sieben Klassenräume. 500 Kinder gehen dort zur Schule. Mehr können wegen des fehlenden Platzes nicht untergebracht werden. So müssen Schüler abgewiesen werden, obwohl sie sonst keine andere Chance auf Bildung und Ausbildung haben...

So war es noch vor zwei Jahren in der Schule unserer Partnergemeinde in Magge. Rektorin Schwester Vandana vom Orden der Salesianermissionarinnen (SMMI), und Pfarrer Henry Madtha beschlossen, eine neue Schule zu bauen. Und wir wollten dabei helfen! Das kirchliche Hilfswerk Missio in Aachen diente als Schnittstelle bei der Durchführung unserer Spendenaktion und trug mit einem Zuschlag von 10 Prozent für jede Spende zur Finanzierung bei. Mittlerweile hat der Bau der neuen Schule große Fortschritte gemacht. Die Schulräume im Erdgeschoss und im 1. Stock sind bereits fertiggestellt und es findet dort schon Unterricht statt. Jetzt konnte mithilfe einer weiteren finanziellen Hilfe aus Garbsen der Bau einer Schulaula im 2. Obergeschoss begonnen werden.

Lesen Sie hier den letzten Brief von Schwester Felicy Rose!

Einsatz für die Benachteiligten

Etwa 350 Familien gehören zur katholischen Gemeinde St. Franziskus Xavier in Magge im südindischen Staat Karnataka, etwa 200 km von Bangalore entfernt. Die Christen bilden eine kleine Minderheit unter der hinduistischen Bevölkerung. Gemeinsam ist den meisten Christen wie Hindus die Armut. Deshalb setzt sich Pfarrer Madtha mit seiner Gemeinde für die Benachteiligten ein. Im letzten Jahr hat die Gemeinde 25 kleine Häuser mit großer finanzieller Unterstützung aus Garbsen erstellt.

Das Klima in der Gegend von Magge ist für den Kaffeeanbau gut geeignet. Um neue Plantagen zu pflanzen, wird leider immer mehr Wald gerodet, mit den negativen ökologischen Folgen. Die meisten Menschen in Magge sind sehr arm. Als Tagelöhner ohne Grundbesitz leben sie oft von der Hand in den Mund. Auf den Kaffeeplantagen arbeiten sie für weniger als einen Euro pro Tag.

Mahila Sanghas fördern Bewusstsein für Bildung

Viele Menschen in der Umgebung von Magge sind Analphabeten. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung kann lesen und schreiben. Die einfache Arbeit in den Kaffeeplantagen erfordert ja keine besondere Bildung. Die Eltern sind auf den frühzeitigen Verdienst ihrer Kinder angewiesen. So werden sie zur Arbeit auf den Kaffeeplantagen und nicht zur Schule geschickt. Von den Plantagenbesitzern werden sie als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Vor allem viele Mädchen dürfen nicht zur Schule gehen. Sie müssen zu Hause bleiben, um die jüngeren Geschwister zu versorgen. Oder sie müssen Geld verdienen anstatt zu lernen und mit Gleichaltrigen zu spielen.
Doch den Menschen von Magge wird zunehmend bewusst, dass die Zukunft ihrer Kinder in der Bildung liegt. Dieses Bewusstsein wird besonders durch die „Mahila Sanghas" gefördert. Dies sind Frauengruppen, die den Menschen die Bedeutung von Bildung und Ausbildung der Kinder näher bringen. Es gibt heute mehr als vierzig solcher Mahila Sanghas im Gebiet von Magge. Zwanzig Mitglieder gehören zu jeder Gruppe. Ihre Arbeit an der Basis zeigt Wirkung. Immer mehr Menschen möchten ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen. Der Bau der neuen Schule soll dafür die Voraussetzungen schaffen.

Foto: missio

 

Alle helfen mit

Das neue Gebäude soll aus zehn geräumigen Klassenzimmern und einer Schulhalle bestehen. Um die Kosten für das Grundstück in Grenzen zu halten, ist die Schule auf drei Etagen geplant. Das Erdgeschoss wurde bereits 2008 fertig und wird schon für den Unterricht genutzt. Von jetzt an können die weiteren Etagen aufgestockt werden. Etwas 70 Tausend Euro wird der Neubau kosten. Verwendbare Teile der alten Schule (Ziegelsteine, Bauholz etc.) wurden für die sanitären Anlagen verwendet. Die Menschen von Magge helfen beim Bau der Schule, indem sie zum Beispiel das Material für die Fundamente beschaffen (Flusskies) und durch Eigenleistung zu mindestens 15 % der geschätzten Kosten beitragen.

Die Kosten für Personal und Lehrer werden von der Regierung getragen. Die Schule ist „Religiöse Minderheitsschule“ unter Leitung der indischen Schulschwestern. Es wird ein kleines Schulgeld erhoben, das sich an den Möglichkeiten der Familien orientiert. Unterstützt werden sie dabei von den Mahila Sanghas.

 

Lesen sie mehr über unser Partnerschaftsprojekt im Reisebericht !

Sie können den Schulbau unserer Partnergemeinde unterstützen
durch Ihre Spenden auf das
Konto der Kirchengemeinde St. Raphael
bei der Hannoverschen Volksbank
Kto-Nr. 200 706 101
BLZ    251 900 01

mit dem Stichwort „Spende für Magge“.

Gern stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus

Fotos: Der Bau der Schule hat begonnen...:

Oben: Helferinnen und Helfer zerschlagen Steine am nahen Fluss und transportieren den Kies zu den Handwerkern, die die Fundamente bauen.

 

Rechts: Schulleiterin Schwester Vandana, der Architekt Mr. Rajenne und Pfarrer  Henry Madtha (v.l.n.r.) freuen sich über die Fortschritte beim Bau der Schule.