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Von Sven Sokoll
Berenbostel/Rostock. Die schweren Zusammenstöße
zwischen Autonomen und der Polizei haben am Wochenende die Berichte über die
Großdemonstration zum G-8-Gipfel in Rostock geprägt. Die katholische
Gemeindereferentin Bärbel Smarsli aus Berenbostel hat sie am Sonnabend aus
nächster Nähe miterlebt – und doch ist ihr wichtig, auch die Vielfalt des
friedlichen Protestes dabei nicht zu vergessen.
Smarsli wollte die kirchliche Kampagne zum Schuldenerlass für arme Länder
unterstützen. Ursprünglich war geplant, mit einer ganzen Gruppe aus der
Gemeinde nach Rostock zu fahren. „Doch nach den Durchsuchungen in der linken
Szene haben wir gesagt, das wird zu gefährlich“ – was sich jetzt auch fast
bestätigt hat. So fuhr sie nur mit ihrem Mann und einem großen roten
Luftballon voller Unterschriften aus der Gemeinde an die Ostsee.
Nach Smarslis Schilderung begann die Randale wie auf Kommando, plötzlich
zogen sich die Autonomen ihre Tücher vor das Gesicht: „Direkt hinter uns
ging es los. Das war ganz gezielt, von Provokationen der Polizei habe ich
nichts gesehen.“ Als sie später einen Autonomen fragte, warum er gekommen
war, hieß es nur: „Weil hier etwas los ist.“ Bärbel Smarsli bedauert, dass
wegen der Gewalt die Botschaften der friedlichen Demonstranten in den
Hintergrund treten mussten.
Glockenläuten: Die Garbsener Kirchenglocken läuten übermorgen
ab 18 Uhr acht Minuten lang zum Beginn des G-8-Gipfels. Im
Silvanus-Gemeindezentrum in Berenbostel beginnt zu dem Zeitpunkt eine
interreligiöse Andacht für Frieden und Gerechtigkeit. |