Oster- und Fasten-Fenster 2026 in Maria Regina
Auf dem Weg mit Franziskus ...
Direkt zu: Fastenzeit Karwoche Ostern
Unsere Gemeinden - wir - sind im Pastoralbereich West mit unseren fünf Kirchorten in Garbsen und Seelze auch nach dem Heiligen Jahr "Pilger der Hoffnung" gemeinsam unterwegs. Anlässlich des 800. Todestages des Hl. Franz von Assisi (am 3. Oktober) hat Papst Leo XIV ein Franziskusjahr ausgerufen, so dass Franziskus uns durch dieses Jahr begleiten wird und wir gemeinsam mit ihm als Vorbild und Inspiration unterwegs sind.
Die Stille gegen die Unruhe des Alltags
In Anlehnung an seine Fastenbotschaft vom 5. Februar mahnte der Papst, „das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen“. Nur so könne der Glaube neuen Schwung finden und das Herz sich nicht in den „Unruhen und Ablenkungen des Alltags verlieren“. Die Fastenzeit sei eine Einladung, innerlich erneuert zum Osterfest zu gelangen. ( www.vaticannews.va/de/ vom 18.02.2026 )
Franziskus hatte den Mut aufzubrechen. Er ließ Sicherheit zurück um neu zu entdecken, was wirklich trägt. Franziskus suchte einfaches Leben in Nähe von Gott und den Menschen. Seine Lebenseinstellung war geprägt von Freude, Einfachheit, Brüderlichkeit und der Verehrung Gottes in allen Geschöpfen.
Wir sind auch eingeladen, in der Fastenzeit Ballast abzulegen: Sorgen, Gewohnheiten oder Gedanken, die uns festhalten. Wie Pilger dürfen wir lernen, nur das mitzunehmen, was wir wirklich brauchen: Vertrauen, Hoffnung, Liebe.
Sein Leben ist ein inspirierendes Zeugnis der Umkehr, der Liebe zu Gott und der gesamten Schöpfung.
Glaube in Bewegung - Umkehr ist ein Weg.
1. Fenster / 1. Kreuz
Worte als Waffen: Das „ungeliebte“ Fasten
Besonders deutlich empfahl der Pontifex ein „Fasten von Worten“, die wie Waffen treffen und Schmerz zufügen können. Diese Form der Enthaltsamkeit bezeichnete er als „sehr konkret und oft wenig geschätzt“.
„Bitten wir den Herrn, unsere Herzen darauf vorzubereiten, sein Wort zu hören und in die Tat umzusetzen, indem wir auf Gesten und Kommentare verzichten, die andere verletzen und uns von seinem barmherzigen Herzen entfernen“, so der Aufruf des Papstes. ( www.vaticannews.va/de/ vom 18.02.2026 )
Zuhören kommt vor Reden - bevor Menschen sprechen können, hören sie.
Worte können heilen oder verletzen. Würdigen oder entwürdigen.
- Höre ich wirklich zu?
- Rede ich über Menschen oder mit ihnen?
- Wo verletzen Worte heute?
- Welches Wort hat mir in letzter Zeit gut getan?
- Welches Wort möchte ich zurücknehmen?
Das erste Kreuz - "Würde kommt vor Leistung"
Würde kommt vor Leistung: Gott gibt uns Würde, ohne dass wir etwas geleistet haben. Der Mensch ist wertvoll - nicht weil er etwas leistet, sondern weil er ist.
Jesus wird mit Worten verurteilt, mit Worten verspottet und entwürdigt - und behält dennoch seine Würde.
- Wer wird heute übersehen?
- Was ist entwürdigend?
- Du bist wertvoll, weil ...
- Ich bin wertvoll, weil ...
2. Fenster / 2. Kreuz
Ein Herz für die Mitmenschen
An die Pilger richtete Papst Leo den Wunsch, die Gnaden dieser Zeit mit „offenem Herzen“ zu empfangen, damit sie „reiche Früchte des Heils für uns und unsere Brüder und Schwestern bringen“. Eine echte Umkehr des Herzens, so betonte er, müsse sich zwangsläufig darin zeigen, dass man die Liebe Gottes mit den Menschen in der Umgebung teilt. ( www.vaticannews.va/de/ vom 18.02.2026 )
Das Motto des diesjährigen Hungertuches ist "Liebe sei Tat". Franz von Assisi hat das schon vor über 800 Jahren umgesetzt - aus überzeugtem Glauben und tiefstem Herzen hat er sich für die Schöpfung Gottes und alle ihre Geschöpfe eingesetzt und sie würdevoll behandelt.
- Wen und was liebst Du?
- Wie liebst Du?
- Wie möchtest Du geliebt werden?
- Und von wem?
Das zweite Kreuz - "Liebe kommt vor Beweis"
Liebe kommt vor Beweis: Gott liebt uns, ohne dass wir uns beweisen müssen.
Gott verlangt keinen Beweis - er liebt Dich so wie Du bist.
Am Kreuz liebt Jesus ohne Bedingung - ohne dass jemand versteht oder glaubt.
- Muss ich geliebt werden, um lieben zu können?
- Warte ich auf einen Beweis, bevor ich mein Herz öffne?
- Wo halte ich Liebe zurück?
- Verwechsle ich Kontrolle mit Liebe?
3. Fenster / 3. Kreuz
Echter Frieden
Bei echtem Frieden handelt es sich um ein göttliches Geschenk, welches nicht bloß die Abwesenheit von Konflikten darstellt. „Dieser Friede ist nicht wie jener, den die Welt uns anbietet, welcher leider oft durch Gewalt und Täuschung aufgezwungen wird.“
Ohne Angst und im Vertrauen auf Gottes Gegenwart ruft der Papst dazu auf, „Mitarbeiter Christi für den Frieden“ zu sein. „Der Herr geht mit uns, während wir daran arbeiten, die Harmonie in unseren Familien, in unseren lokalen Gemeinschaften, in unseren jeweiligen Ländern und in der ganzen Welt zu fördern.“ ( www.vaticannews.va/de/ vom 07.03.2026 )
In einem kleinen Dorf taucht plötzlich ein Wolf auf. Die Menschen haben große Angst. Statt ihn zu vertreiben, geht ein Mann auf ihn zu. Er spricht mit ihm und schließt Frieden. Der Mann war Franz von Assisi, wie die Legende erzählt. Er hatte keine Angst. Er sah in allen Lebewesen, selbst im Wolf, ein Geschöpf Gottes, eine Schwester, einen Bruder.
Franz von Assisi lebte eine Form des Friedens, die radikal war - Frieden mit Menschen, Tieren und der gesamten Schöpfung. Er hat verstanden: Echter Frieden entsteht erst dann, wenn der Mensch im Einklang ist mit sich selbst und mit all dem Leben, was ihn umgibt.
Gunnar Bach in 'Kirche im SWR' am 04.10.2024 ( www.kirche-im-swr.de )
Das dritte Kreuz - "Vertrauen kommt vor Sicherheit"
Vertrauen kommt vor Sicherheit: Gott vertraut uns, ohne dass er sicher sein kann, was wir denken oder wie wir handeln. Nicht weil alles sicher ist, vertrauen wir - sondern weil wir vertrauen, wächst Sicherheit. Vertrauen ist eine Entscheidung - Sicherheit ist ein Ergebnis.
Am Kreuz gibt es für Jesus keine Sicherheit mehr - und gerade dort geschieht das größte Vertrauen.
- Wo brauche ich ständig Sicherheit?
- Was vermeide ich aus Angst?
- Kann Vertrauen wachsen ohne Kontrolle?
Mit leichtem Gepäck
(zu Mk 6, 7-13 - Aussendung der Jünger)
Wie einfach das doch erscheint:
Mit leichtem Gepäck
sendet er sie aus zu den Menschen.
Er schickt sie zu zweit:
Gefährten, die sich helfen,
im Glauben bestärken.
Er gibt einfache Regeln,
stellt keine Ansprüche,
garantiert keine Sicherheit.
Er organisiert nichts,
schafft keine Strukturen,
sorgt sich nicht um ihren Erfolg.
Er gibt ihnen seine Vollmacht
mit auf den Weg.
Er vertraut ihnen.
Das genügt.
© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)
- Wann habe ich zuletzt etwas gewagt?
- Kann ich Gott vertrauen, ohne alles zu verstehen?
- Was trägt mich, wenn Sicherheiten fallen?
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Karwoche - Gründonnerstag
Wie stehe ich zu dir?
Verrate ich dich
wie Judas?
Zuerst nur hin und wieder
und vielleicht nur ein wenig,
dann immer mehr,
immer öfter.
Nehme ich den Mund voll
wie Petrus?
"Ich werde alles für dich tun,
dir mein Leben geben!"
Doch bei der nächsten Gelegenheit
weiche ich aus, verleugne dich,
zunächst nur ein wenig,
dann immer heftiger.
Wie stehe ich zu dir?
Und du stehst trotzdem zu mir.
© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)
Karwoche - Karfreitag
Die Steine - Stationen des Kreuzwegs
- Jesus wird zum Tode verurteilt
- Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
- Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
- ♥ Jesus begegnet seiner Mutter
- ♥ Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
- ♥ Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
- Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
- ♥ Jesus begegnet den weinenden Frauen
- Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
- Jesus wird seiner Kleider beraubt
- Jesus wird ans Kreuz genagelt
- Jesus stirbt am Kreuz
- ♥ Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
- ♥ Jesu Leichnam wird ins Grab gelegt
Heilszeichen Kreuz
Arme ausgebreitet,
in Liebe die Welt zu umfangen,
Verzweiflung in Hoffnung zu wandeln,
Leid und Tod zu besiegen.
Heilszeichen unendlicher, unfassbarer Liebe,
die sich ausliefert und Erniedrigung duldet,
die unsagbare Qual auf sich nimmt,
die uns auf unseren Kreuzwegen begleitet,
die mit uns Verachtung und Ohnmacht erträgt,
die sich dem Bösen preisgibt,
um es zu besiegen,
die im Tod das Tor zum Leben öffnet.
Heilszeichen.
Siegeszeichen.
Baum des Todes,
der zum blühenden Lebensbaum wird.
© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)
OSTERN - Auferstehung
Im Dunkel der Nacht wächst das Licht - leise, warm und voller Hoffnung.
Wie einst bei Jesus, bei Franziskus, trägt es uns durch Zweifel hindurch.
Und in jedem von uns beginnt neu - die Auferstehung des Herzens.
Osterfrühstück
So will ich auferweckt werden:
Das Frühstück
ans Grab gebracht
einen Kaffee
der Tote weckt
und Brötchen, die noch
nach Abendmahl duften
angerichtet auf einem
weißen Leinentuch
dann ein Kuss
auf meine Wunden
und ins Ohr geflüstert
ein neuer Name
Liebkoseworte
unaufhörlich
Text: Andreas Knapp
etwas Unerwartetes: Die Münzen an den Kreuzen
Auf dem Weg durch die Fastenzeit: Kreuze der Hoffnung und Zuversicht
Manchmal beginnt alles mit einer leisen Idee. So war es auch bei Claudia, die vor ein paar Jahren den Gedanken hatte, auf dem Weg zur Kirche St. Maria Regina einen Kreuzweg entstehen zu lassen - schlicht, offen, einladend. Sie teilte diese Idee mit uns. Aus dem stillen Impuls wurde ein gemeinsames Tun - mit viel Herz und Feinfühligkeit, angeregt von einer Predigt von Pfarrer Christoph Lindner zu aktuellen Themen in der Kirche und in der Gesellschaft: Die menschliche Würde (bereits seit zwei Jahren in unserer Gemeinde symbolisiert durch die Königsfiguren des Diakons Ralf Knoblauch) und das Leben des hl. Franziskus (zum 800. Jubiläums seines Todes im Jahr 1226). So setzten wir die Idee um und ließen sie Wirklichkeit werden. Die Kreuze wurden zu Beginn der Fastenzeit aufgestellt und bekamen nach und nach Worte in Form von Schildern hinzu:
"Würde kommt vor Beweis"
"Liebe kommt vor Leistung"
"Vertrauen kommt vor Sicherheit"
Diese Kreuze wurden in der Fastenzeit zu einem einladenden Ort: Stehen zu bleiben, den eigenen Weg für eine kurze Zeit zu unterbrechen, die Worte zu lesen, die nach und nach dazu kamen - und für eine Zeit inne zu halten, mit allem was das Herz bewegt, vielleicht sich auch an Gott zu wenden.
Als wir ein paar Wochen nach dem Osterfest die Kreuze und die Fensterdekoration am Kirchplatz wieder abbauen wollten, entdeckte ich die Münzen. Erst vereinzelt, dann mehrere - still und unscheinbar abgelegt. Die kleinen Geldstücke lagen auf den Kreuzen, steckten in den Spalten der Holzbalken, unter den Seilen der Schilder oder an den Metallplatten, die die Balken zusammenhalten.
Diese Entdeckung traf mich völlig unerwartet. Ich war überrascht und zugleich erstaunt - als würde sich etwas offenbaren, das größer ist als das, was wir sehen. Es war ein Gefühl, das an Ostern erinnert - an den Moment vor dem leeren Grab Jesu, an dieses Staunen, dass Hoffnung wirklich trägt.
Schnell wollte ich diesen Augenblick teilen. Ich holte Nils, der zu diesem Zeitpunkt die Fensterdekoration abbaute. Gemeinsam standen wir da und schauten auf diese kleinen Zeichen - und wir spürten: Hier ist etwas Besonderes geschehen. Menschen haben ihre Bitten, ihr Leid und ihre Hoffnung an den Kreuzen zurückgelassen. Vielleicht sind diese Kreuze mit ihren Worten genau das Zeichen dafür, dass Worte etwas bewegen können und dass Gott längst da ist - mitten auf unserem Weg.
Das Kreuz erinnert uns daran, dass Jesus selbst das Kreuz getragen hat und an ihm für uns gestorben ist. Es ist sein und Gottes Zeichen der Liebe, seiner Hingabe und der Hoffnung, die stärker ist als alles Leid. Und so stehen diese Kreuze heute mitten in unserem Leben. Die Kreuze am Wegesrand haben die Münzen getragen, ein stilles Symbol für Bitten, für Leid und auch für das, was Menschen oft verborgen mit sich tragen: ihre Scham. Jede einzelne Münze ist wie ein kleines Zeichen des Vertrauens, ein Loslassen, ein "In Gottes Hand legen". Und zugleich wurden sie zu einem Zeichen der Hoffnung - wie ein Brunnen, aus dem wir immer wieder Zuversicht schöpfen dürfen. Ein Ort, an dem das Herz ablegen darf, was es belastet und neue Kraft findet für den eigenen Weg, begleitet von Gottes Liebe.
Danke, dass ich es erleben durfte.
Kristina
Direkt zu: Einführung Fastenzeit Karwoche
Kristina Redzimski / Nils Oliva





























































